Beim Jäger handelt es sich um einen uralten Beruf, der mit dem des Forstwirts verwandt ist. Entgegen der Vermutungen wird der Beruf auch heute noch ausgeübt. Die Anzahl der Jagdscheinbesitzer steigt stetig an. Jäger, die eine Tradition pflegen, dürfen nicht mit Hobbyjägern verwechselt werden, welche das Fell der erlegten Tiere als Trophäe an die Wand hängen. Vielen Hobbyjägern geht es nicht um Kultur, sondern um den Spaß an der Sache.
Tierschützer werden sich fragen, wo da der Verstand bleibt. Schließlich können die Tiere nichts dafür, wenn Sie sich zur falschem Zeit am falschen Ort befinden. Sie werden erlegt, nur weil Menschen ihren Jagdtrieb befriedigen möchten. Durch Schüsse werden sie in Todesangst versetzt. Ihnen bleibt nur noch, um ihr Leben zu laufen. Dem Hobbyjäger entgegen steht der Beruf des Jägers. Ein Jäger unterliegt der Jagdverordnung und benötigt für die Ausübung seines Berufes einen Jagdschein. Mit dem Erlegen des Wildes trägt er zu einer gesunden Tierwelt bei. Er sorgt dafür, dass die Fauna des Waldes ausgewogen bleibt. Beispielsweise kümmert er sich darum, dass sich Tiere, welche der Natur mehr schaden als nützen, nicht ungezügelt vermehren. Andererseits unterstützt er die natürliche Auslese. Bevor sich jemand als Jäger bezeichnen kann, muss er eine Prüfung absolvieren. Die Prüfung gilt als ausgesprochen komplex und schwierig. Bei einer Durchfallquote von 30 Prozent kommt nicht jeder Anwärter in den Genuss, sich Jäger zu nennen.
Bei der Frage, ob der Beruf des Jägers noch zeitgemäß ist, sprechen die Statistiken eine eigene Sprache. So ist die Anzahl der Jagdscheinbesitzer seit 1968 um 70.000 angestiegen. Heute besitzen mehr als 350.000 Leute einen Jagdschein. Meist handelt es sich dabei um Jäger, die alte Traditionen pflegen. Jäger haben eine eigene Anzugsordnung und eine eigene Sprache, die umgangssprachlich als Jägerlatein bezeichnet wird. Und vielleicht kennen auch Sie das alte Volkslied: Es blies ein Jäger wohl in sein Horn. Hier wird das Musikinstrument des Jägers besungen: das Horn. Jäger besitzen sogar ihren eigenen Schmuck. Fast jeder hat schon mal was vom Schutzpatron des Jägers gehört: dem heiligen Hubertus. Alte Märchen berichten immer wieder vom Jäger, der durch den Wald zieht und das beste Wild für den Festtagsbraten des Königs erlegt. Hier wird deutlich, dass zu den Häusern, Schlössern und Villen der Adligen oftmals ein eigener Jäger gehörte, der für das Essen sorgte. Auch heute zählt das Erlernen von Jagdtechniken zur Ausbildung junger Adliger. Damit führen sie uralte Traditionen fort. Die adligen Jäger gehören oft internationalen Jagdorganisationen an.
Es bleibt zu sagen, dass der Beruf des Jägers durchaus noch zeitgemäß ist, wenngleich das Jagen nicht mehr der Nahrungsbeschaffung dient, sondern der Selektion von Tieren. Auch kranke Tiere werden vom Jäger erschossen, wenn eine Behandlung unnütz ist. Der Beruf des Jägers gehört nicht zu den begehrten Ausbildungsberufen, denn die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind genau wie beim Forstwirt sehr gering.
MehrDie Geschichte der Jagd ist eine lange. Bereits seit der Steinzeit ist sie bekannt, doch haben sich Gründe und Methoden stetig weiter entwickelt, vor allem die Waffen haben sich stetig verändert
Schon aus dem Begriff “Jäger und Sammler” geht hervor, wie sich Menschen damals versorgten. Das Domestizieren von Tieren war noch nicht bekannt und so wurden Tiere gejagt. Die erlegten Tiere vorsorgten den Menschen nicht nur mit Nahrung, sondern auch mit Fellen für Kleidung und Behausung, Knochen für Werkzeuge und Instrumente oder Sehnen, die zum Bau von Bögen verwendet wurden. Das weißt schon auf die erste Jagdtechnik hin, denn Bögen sind eine der ältesten Waffen der Welt. In der Steinzeit waren Bögen recht einfach aus Holz gefertigt, die Pfeile erhielten bearbeitete Spitzen, beispielsweise aus Feuerstein. Auch Speere gab es zu dieser Zeit bereits, der älteste Speer wird sogar auf ein Alter von 360.000 Jahren geschätzt. Die Holzstangen (oder auch Schäfte) mit den scharfen zweischneidigen Spitzen haben sich ebenfalls bis heute erhalten.
Als die Menschen sesshaft wurden und die Domestizierung von Tieren das Leben erheblich vereinfachte, trat die Jagd zum Nahrungserwerb erstmalig etwas in den Hintergrund. Vor allem im Mittelalter avancierte die Jagd dann zum Freizeiterlebnis, welches nur dem Adel vorbehalten war, für das Jagen ohne Erlaubnis wurden teils drakonische Strafen verhängt. Die Unterscheidung von hoher und niederer Jagd bezieht sich nicht auf Herrscher und Untertanen, die niedere Jagd war dem Klerus, also den Kirchenmännern vorbehalten, während sich der weltliche Adel in der hohen Jagd ergehen durfte. Die niedere Jagd beschränkt sich auf Hasen und Federwild, das einzige Schalenwild in dieser Klassifizierung stellt Rehwild dar. Im Mittelalter entstand auch der Beruf des Jägers, der für die Güter des Adligen verantwortlich war oder fest zum Hofstaat zählte. Bevorzugte Waffen waren in dieser Zeit Wurfspeere, Speere und Bögen. Die Bögen und vor allem Pfeile verbesserten sich ständig, die Bögen gliederten sich in verschiedene Längen auf und es setzten sich geschmiedete Pfeilspitzen aus Eisen durch. Im 18. Jahrhundert kam es zur Einführung der Parforcejagd aus Frankreich, bei der eine Hundemeute ein einziges Tier jagt, die Jäger begleiten die Meute zu Pferd. Mit der Erfindung des Vorderladers begann die Geschichte der Feuerwaffen. Diese Waffe wurde durch die Mündung des Laufes erst mit Pulver, danach mit einem Projektil geladen. Die moderneren Hinterlader, vor allem Kipplaufwaffen, zu denen die Doppelbüchsen (mit zwei parallelen Kugelläufen) und beispielsweise Drillinge (Kombinationswaffen, die das Abfeuern von Schrot und Kugel erlauben) zählen, werden vorrangig für die Jagd eingesetzt
Seit der Erfindung der Feuerwaffen setzten diese sich auch für die Jagd durch. Heute sind die Auflagen für den Waffenbesitz und -gebrauch durch Gesetze reglementiert. Der Jäger muss eine so genannte Waffenbesitzkarte besitzen, in der er seine Waffen eintragen lässt. Hierbei ist die Zahl der Langwaffen, die nach Erwerb eingetragen werden, unbegrenzt, Kurzwaffen müssen vor dem Kauf beantragt werden und die Anzahl ist auf zwei begrenzt. Geht der Jäger seiner Tätigkeit nach, dürfen die Waffen geladen sein, ein Waffenschein wird in dieser Situation nicht benötigt.
MehrEin Förster ist in seinem Revier keinesfalls nur zum Beobachten von Wild da, ganz im Gegenteil: er sorgt dafür, dass es den Tieren und Pflanzen gut geht und die Bestände nicht zu groß oder zu klein werden. Ein Förster kennt sein Revier ganz genau und weiß, welche Tierarten und Pflanzen in seinem Revier beheimatet sind. Viele Tiere erkennt er bereits an der Stimme, ihren Geräuschen oder aber den Fußabdrücken auf dem Waldboden.
Eine Berufsausbildung zum Forstwirt oder Forsttechniker oder das Studium der Forstwirtschaft an einer Fachhochschule berechtigen zur Ausübung dieses Berufes. Wer in den Dienst der Behörden treten möchte und einen Forst aus dem Staatsbesitz hegen und pflegen möchte, kommt an einem Studium nicht vorbei. Da ein Studium immer theorielastig ist, schließt sich eine fachpraktische Ausbildung automatisch an. Nach erfolgreich abgelegter Abschlussprüfung kann man den höheren Dienst aufnehmen. Im Verlauf des Studiums werden Inhalte wie Wildbiologie, Bodenkunde, Naturschutz und viele weitere Grundlagen erlernt, um später den Forst pflegen zu können. Jeder hauptamtliche Förster ist auch fast immer Inhaber eines Jagdscheins, so dass er die Wildbestände nicht nur kontrollieren, sondern auch regulieren kann.
Die Ausübung des Berufes erfolgt hauptsächlich draußen in der freien Natur. Haben Sie im Wald einmal markierte Bäume gesehen? Sind Ihnen die aufgefallen, die in grellen Farben Punkte oder Zeichen aufwiesen? Das war der Revierförster, der entscheidet, welche Bäume gefällt werden müssen und welche stehen bleiben können. Durch das Fällen und Verkaufen der Bäume wird ein Ertrag erzielt. Es darf aber nur so viel gefällt werden, dass das Ökosystem des Waldes unberührt bleibt. Der Förster ist in diesem Fall Verkäufer und Umweltschützer zugleich und muss die Interessen genau abwägen, ehe er handeln kann. Der Förster muss den Wald schützen und in Stand halten – das gilt sowohl für die darin lebenden Tiere, als auch um die Pflanzen. In aller Regel wird ein Förster bei seinen Arbeiten im Wald von einem Jagdhund begleitet, der ihm hilft, verletzte und verstorbene Tiere zu finden oder besondere Ereignisse anzuzeigen. Der Hund muss zuvor für diese Arbeit von dem Förster ausgebildet werden. Einen Teil der Arbeit muss der Förster auch am Schreibtisch und Computer verbringen, seine Mitarbeiter einplanen und den nötigen Schriftverkehr bearbeiten.
Wer sich gerne in der Natur aufhält, Tiere beobachte, Flora und Fauna schützen möchte, kann darüber nachdenken, Förster zu werden. Das Berufsbild ist vielseitig, naturverbunden und gibt viel Freiraum in der täglichen Arbeit, aber bedeutet auch, ein hohes Maß an Verantwortung für das eigene Revier mit seinen Tieren, Pflanzen und Mitarbeitern zu übernehmen.
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